Vorbereitung Informatikstudium
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Auf dieser Seite sind einige Dinge aufgelistet, die man zur Vorbereitung auf ein Informatikstudium tun kann. Es handelt sich mehr um eine Ideensammlung (teilweise gehen die Meinungen zu den einzelnen Punkten auch weit auseinander, siehe auch Diskussion:Vorbereitung Informatikstudium), keinesfalls um eine offizielle Empfehlung.
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[bearbeiten] Bücher
Netterweise haben Prof. Claus und einige andere Professoren aus dem deutschsprachigen Raum sich vor etlicher Zeit schonmal Gedanken um sowas gemacht: Starthilfe Informatik
Immer noch ein sehr lesenswertes Werk, gibt einem Studienanfänger einen guten Eindruck, was einen in einem Informatikstudium so erwartet, vor allem, was die Bereiche angeht, die nicht direkt etwas mit "Programmierung" zu tun haben (und das ist ein überwiegender Teil des Studiums, insbesondere bei Informatik).
Das Buch gibt es i.d.R. bei der Buchhandlung Wittwer in Stuttgart vorrätig, in der Fachschaft als Präsenzexemplar und in der Unibibliothek zum Ausleihen (Personalausweis reicht bei Wohnsitz in Baden-Württemberg).
[bearbeiten] Was man tun sollte
[bearbeiten] Prüfungsordung anschauen
Bei der Wahl des Studiengangs sollte man unbedingt die jeweiligen Prüfungsordnungen gründlich durchschauen. Anders als andere Informationen, die an der Uni von vielen Quellen aus verbreitet werden, stellt eine Prüfungsordnung eine rechtlich verbindliche Beschreibung des jeweiligen Studiengangs dar. Die Schwierigkeit eines Informatikstudiengangs (Anzahl und Umfang der Prüfungen, freiwillige Wiederholung bei schlechten Noten ...) differenziert teilweise je nach Universität erheblich. Leider gilt auch für die Prüfungsordnungen zu einem gewissen Grad: "Papier ist geduldig". Aus der Prüfungsordnung werden insb. auch die tematischen Schwerpunkte des Studiengangs deutlich (also Mathematik, Theorie, technische Informatik, praktische Informatik). Sinnvoll ist auch, sich ein Bild darüber zu verschaffen, wie straff der Studiengang organisiert ist - die Termine von mündlichen Prüfungen lassen sich z.B. leichter an individuelle Bedürfnisse anpassen.
Ergänzend zur Prüfungsordnung ist natürlich auch sinnvoll, sich einen Überblick über das jeweilige Vorlesungsangebot (Vorlesungsverzeichnisse und Webseiten der Institute) zu verschaffen.
[bearbeiten] Sich über die Studieninhalte informieren
Das Interesse am Programmieren allein reicht bei Weitem nicht aus um an einer Universität erfolgreich Informatik zu studieren. Erfahrungsgemäß scheitern die meisten Studenten im Vordiplom an Mathematik-Prüfungen oder an der theoretischen Informatik (Komplexitätstheorie, Logik, formale Sprachen). Mann mus sich also im Klaren sein, dass ein realtiv großes Maß an Fleiß bei der Vorbereitung auf diese Prüfungen nötig ist. Wenn man sich mit solchen Themen nicht anfreunden kann und wirklich nur Programmieren möchte, sollte man die Universität sehr gründlich auswählen oder vielleicht auch über ein FH oder BA Studium nachdenken, weil da meistens geringere Anforderungen in Mathematik oder theoretischer Informatik gestellt werden.
Das Wissen aus dem Mathe-Unterricht der Schule wird in der Uni zwar z.B. bereits im ersten Semester gesprengt. Wenn man aber in der Schule absolut keine Lust auf Mathematik und entsprechend schlechte Noten hatte und beispielsweis auch dem Mathe-Vorkurs absolut nichts abgewinnen kann, dann sollte man gründlich darüber nachdenken ob ein Informatikstudium an der Uni die richtige Wahl ist. Falls man dennoch will, empfiehlt es sich früh genug sich eine Strategie zum Überleben der HM Prüfungen (höhere Mathematik) und der Theorie-Prüfungen zu erarbeiten.
[bearbeiten] PC kaufen?
Es ist auf jeden Fall nahezu immer hilfreich, wenn man schon einige Jahre vor Studienbeginn Zugang zu einem PC hat und dadurch neben der Zockerei etc. vielleicht auch ein paar Erfahrungen im Umgang mit Betriebssystemen und eventuell im Schreiben von einfachen Programmen hat. Das trägt auf jeden Fall auch dazu bei, z.B. den "Linux oder Editor Schock" zu Beginn des ersten Semesters zu überwinden.
- Ob man einen PC oder ein Notebook beschaffen sollte, kann auf verschiedene Arten gesehen werden.
- Pro:
- Unabhängigkeit von den Rechnerpools der Informatik die überfüllt sein könnten und an die man am Wochenende und nach 21:00 nur schwer herankommt.
- Private Nutzung, die bei den Rechnerpools eigentlich nicht erlaubt, aber toleriert ist (das Netz der Uni darf auch mit Notebook nicht privat genutzt werden)
- Sehr praktisch bei der Anfertigung von Präsentationen für Seminare und Studienprojekte im Hauptstudium
- Installation eigener Programme oder beispielsweise eigener Eclipse Plugins auf Uni Rechnern problematisch
- Kontra:
- Kosten: Das Geld hat einfach nicht jeder Student.
- Große Ablenkung: Besonders im Zusammenhang mit einem Internet-Zugang bietet der eigene PC eine sehr große Quelle für Ablenkung und Faulheit, insbesondere in Vorlesungen. Bei den Rechnerpools wird man nicht so schnell zum Faulenzen verleitet.
- Pro:
- PC oder Notebook?
- Da spielen natürlich Preis, Platz und vieles mehr eine Rolle, wie sich jeder denken kann. Ein Notebook hat den großen Vorteil der wirklichen Unabhängigkeit, während ein PC zuhause oder im Wohnheim im Grunde nur eine Verlagerung des Pool-Arbeitsplatzes ist.
- Zu bedenken ist auch, dass eine Notebook wesentlich mehr Speicherplatz hat, als dass man in den Fakultäts-Pools an Quota zur Verfügung hat. D.h. die Quota der Fak Pools reicht oft nicht aus, um alle wichtigen Daten zu speichern. Glücklicherweise sind so 1 GB USB Sticks mittlerweile recht günstig.
- Für das Vordiplom braucht man ein Notebook nicht unbedingt - da tut es ein stationärer PC - Wenn man im Wohnheim wohnt ist die Netzwerkanbindung an die Fakultät ja geradezu traumhaft schnell und günstig und so ein großer Bildschirm ist auch meistens angenehmer als ein Notebook-Display.
- Für das Hauptdiplom kann ein Notebook auf jeden Fall bei Studienprojekten etc. sehr nützlich sein. Und wer plant für ein oder mehr Semester ins Ausland zu gehen, für den ist ein Notebook offensichtlich auch super praktisch.
- Es ist sinnvoll, bis zu Semesterbeginn mit der Anschaffung warten. Im Rahmen von Notebooks For Students bietet die Uni zu Beginn jedes Semesters Sonderpreise, außerdem bieten namhafte Hersteller ebenfalls Sonderkonditionen für eingeschriebene Studenten.
- Die Pools sind insbesonder zu Stoßzeiten alles andere als ruhig, sondern eher von Surfern überfüllt. Seit Einweihung des neuen Pools gibt es zwar weniger Platzprobleme. Mit einem eigenen Notebook kann man sicher aber in die ruhige Bibliothek zurück ziehen.
- An den Pool Rechnern hat man keinerlei Admin Rechte etc. Wer also zusammen mit Kommilitonen im Grundstudium Linux installieren möchte oder an Eclipse rum basteln will ... muss sich entweder zu Hause treffen oder aber alle haben Notebooks ...
- Es ist strengstens Verboten in den Grundstudiumspools zu essen - wer erwischt wird muss mir der temporären Sperrung des Accounts rechnen - an den Notebook-Arbeitsplätzen existiert so eine Begrenzung nicht. D.h. wer in der Fakultät im Grundstudium arbeiten und nebenher dem Berufsethos folgend essen und drinken möchte, braucht zwangsläufig etwas tragbares ...
Fazit: Ein eigener PC oder ein Notebook sind zwar keine "notwendigen Bedingungn" (math.) für ein erfolgreiches Studium. Ein Nootebook -vorausgesetzt es wird sinnvoll eingesetzt - erleichtert aber das Studium ganz erheblich und steigert oft auch die Lern-Effizienz bei der Einarbeitung in Betriebssysteme, Programmiersprachen und Werkzeuge und verringert nicht zuletzt auch die Ahängigkeit von der Uni-Administration.
[bearbeiten] Eine Programmiersprache in Grundzügen erlernen
Man kann natürlich auch ein Informatik- oder Softwaretechnik-Studium ohne Programmierkenntnisse beginnen, dann sollte man allerdings wirklich vom ersten Semester an sehr hart und teilweise in Eigenregie bzw. durch das Besuchen von zusätzlichen Kompaktkursen daran arbeiten, seine Programmierkenntnisse auszubauen.
Es ist auf jeden Fall sehr hilfreich, wenn man sich schon vor Beginn des Studiums gewisse Grundkenntnisse in einer einfach zu erlernenden Programmiersprache (z.B. Pascal oder Java) aneignet und sich mit den folgenden Konzepten befasst:
- Datenstrukturen: Arrays, Records, evtl. Klassen etc.
- Kontrollstrukturen: Schleifen, If- und Case Anweisungen ...
- Zeiger und mittels Zeigern aufgebaute Datenstrukturen wie Listen etc.
- Erstellen und Lesen von Dateien, Streaming ...
- Eventuell auch versuchen einfache GUI Frontends (Java) zu erstellen ...
In einem guten schulischen Informatik-Unterricht wird so was über mehrere Jahre hinweg geübt, an der Uni aber meist in einem bis zwei Semester in einer Vorlesung im Schnelldurchlauf zelebriert - wer schon Grundkenntnisse mitbringt läuft im Allgemeinen weniger Gefahr den Anschluss zu verlieren.
Empfohlene Lern-Sprachen für Studieninteressierte vor Studienbeginn:
- Eigentlich ist die Sprache ziemlich egal, wichtig ist, dass man die Grundkonzepte des Programmierens (Kontrollstrukturen und einfache Datenstrukturen) erfasst hat, einigermaßen mit einem Editor umgehen kann, mal einen Compiler bedient hat, und mit dem verwendeten Betriebssystem halbwegs klar kommt.
- Wichtig ist auch, dass man sich nicht nur auf einfache IDEs wie früher TuboPascal und heute eventuell Boorland Delphi verlässt, sondern wirklich mal versucht ein Programm mit einem Texteditor zu erstellen und von der Comanndozeile aus zu übersetzen.
- Eine geeignete Sprache für den Einstieg in die Programmierung ist z.B. die objekt-orientiere Sprache Java, weil Java sehr gut dokumentiert ist (auch viel Anfängerliteratur) und auch eine hohe Relevanz für Beruf und Forschung hat.
- Es ist natürlich kein Fehler (aber auch kein Muss), wenn man auch schon Vorkenntnisse in C++ mitbringt. Spätestens im Hauptdiplom ist diese Sprachen oft sehr wichtig und wehr sich frühzeitig mit C++ beschäftigt muss auch vor Pointern keine Angst mehr haben.
[bearbeiten] Betriebssytem Linux
Linux ist das dominierende Betriebssystem an Universitäten. Wenn man Zeit hat, kann man durchaus schon vor Studienbeginn erste Schritte mit Linux versuchen - dann fällt der "Linux-Schock" zum Studienbeginn geringer aus. Empfohlen sei hier z.B. die an der Fakultät verwendete Ubuntu Distribution. Wichtig ist auch, dass man sich mit Techniken zum Zugriff auf Daten über Netzwerke (also ssh und scp, oder ssh clients für windows) beschäftigt, weil man das sehr schnell braucht um vom eigenen PC auf die Rechner der Fakultät zuzugreifen.
