Tipps zu Studien-Arbeiten

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Die folgenden Tipps entstammen dem Buch "Studien-Arbeiten - Ein Leitfaden zur Vorbereitung, Durchführung und Betreuung von Studien-, Diplom- und Doktorarbeiten am Beispiel Informatik" von Marcus Deininger, Horst Lichter, Jochen Ludewig und Kurt Schneider (Verlag vdf, 3. Auflage, 1996, Zürich). Die Seitenzahlen beziehen sich auf diese Ausgabe. Natürlich steht in genanntem Werk noch mehr Wissenswertes, dies ist nur eine Zusammenfassung.

Inhaltsverzeichnis

[bearbeiten] Wissenschaftliches Prinzip

  • Damit keine Unklarheiten entstehen, eisern an Bezeichnungen festhalten, auch wenn Variationen sprachlich eleganter wären. (S. 13)
  • Es gibt nicht-triviale Feststellungen und Erkenntnisse, deren Mitteilung lohnend für den Empfänger ist, weil er sie direkt nutzen oder in seiner eigenen wissenschaftlichen Arbeit verwenden und weiterentwickeln kann. (S. 14)
  • Relevanz: Enthält Antworten auf relevante Fragen (S. 15)
  • Überprüfbarkeit: Sich der Kritik stellen, indem soweit wie irgend möglich offengelegt wird, wie die Aussagen zustandegekommen sind (=> Widerlegbarkeit (= Falsifizierbarkeit)) (S. 15)
  • Resultat sollte neu und anscheinend korrekt sein (im Gegensatz zu veraltet oder offensichtlich falsch) (S. 16)
  • Zentrale Frage: "Wo stehen wir dank dem Resultat?" (S. 17)
  • Nicht das Rad neu erfinden: "Wie weit ist der Verfasser vom Ausgangspunkt gekommen?" (S. 17)
  • Kein Luftschloß bauen: Schöne Ergebnisse ohne gute Basis (S. 18)
  • Breit & tief sein: Breite Basis und detailierter Ausschnitt mit Tiefe, sofern zweckmäßig (S. 19)

[bearbeiten] Wissenschaftliches Arbeiten

  • Teilstrecken: 1. Planung, 2. Suche, Verwaltung, Aufarbeitung von Literatur, 3. Erstellung des Berichts (S. 21)
  • Planung: Aktivitäten definieren (1. Beschreibung (z.B. "Anforderungen definieren"), 2. Ergebnis (z.B. "Spezifikation"), 3. Termin (z.B. "30.7.1996"), 4. Unteraufgaben (z.B. "Anforderungen erfragen, ordnen, prüfen, korrigieren")), Meilensteine (mit Ergebnis) definieren und dann Zeitplan erstellen (Zeitleiste) (S. 23)
  • Auch Einarbeitung und Urlaub sind planbare Aktivitäten! (S. 24)
  • Regelmäßige Treffen mit den Betreuern planen (besonders zu Beginn) (S. 24)
  • Angenehmer Arbeitsplatz ohne Hürden (z.B. Arbeitsmaterial griffbereit halten), feste Arbeitsgewohnheiten (Zeiteinteilung, Pausenregelung) (S. 24)
  • Teilziele schriftlich formulieren, nicht ziellos arbeiten, Kontrollmechanismen einführen (z.B. immer deutlich sichtbare Ziele im Wandkalender) (S. 25)
  • Referenz Lehrbuch: Autor, Titel, Auflage, Verlag, Erscheinungsort (S. 29)
  • Referenz Zeitschriftenartikel: Zeitschrift, Jahrgang, Seitenzahlen, Heftnummer, Autor, Titel (S. 29)
  • Referenz Tagungsband: Herausgeber (oder Reihe), Name der Tagung, Jahr, Seiten, Autor, Titel (S. 29)
  • Literaturaufarbeitung (PQ4R): Preview (Querlesen), Questions (Fragen zum Text aufschreiben), Read (Lesen + Fragen beantworten), Reflect (Nachdenken, in Beziehung setzen), Recite (selbst wiedergeben), Review (Rückblick: Alles erfaßt?) (S. 30f)
  • Literatur gut katalogisieren!

[bearbeiten] Aufbau und Inhalt von Berichten

  • Deckblatt, Inhaltsverzeichnis, Aufgabenstellung, Literaturübersicht, Lösungsansatz, Ausführung, Resultat/Bewertung, Kritik/Rückblick (auch Irrwege/Fehler!), Anhang, Literaturverzeichnis (S. 33f)
  • Reihenfolge: Literaturliste, Gliederung, Lösungsansatz, Rest (S. 35)
  • Keinen Code in der Arbeit (wird nicht gelesen), nur Auszüge; Stattdessen Entwurf/Verfahren beschreiben (S. 35)
  • Möglichst die fertige Arbeit am Ende von Grund auf neu schreiben (alles aus einem Guß, Fehler werfen korrigiert; Aber: Zeitaufwand) (S. 36)
  • Eher konservativ sein bei "gesicherten Grundlagen" (= Common Knowledge) und Quellen im Zweifel angeben (S. 37f)
  • Entscheidungen ehrlich begründen (z.B. "Abneigung gegen einen bestimmten Formalismus") statt geschönte Argumente vorzutäuschen (S. 38)
  • Quantitativität: Meßergebnisse (z.B. "im Mittel 0,4s, maximal 1,5s Reaktionszeit") statt schwammiger Aussage (z.B. "ausreichend schnell") (S. 38)
  • Mutige Wertung der Ergebnisse: "Ich" als Subjekt und keine politischen Weichmacher (S. 39)

[bearbeiten] Darstellung und Präsentation

  • Teilergebnisse verknüpfen: Prinzipien und Zusammenhänge sind klarer (S. 41)
  • Bilder sind Informationsdarstellung, nicht Dekoration. Elemente ohne Aussage (3D-Effekt, Schatten ohne Semantik) entfernen. Achsten, Kästchen, Pfeile, Kreise genau beschreiben. Bilder ohne Verständnisbeitrag löschen. (S. 42f)
  • Substantivstil vermeiden. (S. 45)
  • Kurze Sätze. (S. 45)
  • Wortwiederholungen lassen sich in technischen Texten schwer vermeiden und machen Aussagen klarer. (S. 46)
  • Füllwörter vermeiden (z.B. "sehr", "überhaupt", "selten", "vielleicht", "erheblich", usw.). Kein "bzw." statt "und" oder "oder", nur wo sinnvoll. (S. 46)
  • Modewörter und Anglizismen vermeiden. (S. 46f)
  • Jede Folie hat eine Aussage! Aber zu einer Aussage kann man auch zwei Folien machen. (S. 50)
  • Keine Folien erstellen, die aus Zeitgründen nicht gezeigt werden können! Keine zu komplizierten/unlesbaren Folien mit Aussage "Das können Sie jetzt wahrscheinlich nicht lesen."! (S. 51)
  • Folienzahl: 45 min -> ein Dutzend, 30 min -> 10, 20 min -> 8 (einfache Folien) (S. 52)
  • Prinzip AIDA: Attention (Aufmerksamkeit durch überraschendes Bild oder Beispiel erregen), Interest (Interesse durch Darstellung der Ist-Situation wecken), Desire (Durch Beschreibung der Verbesserung den Wunsch nach Veränderung erzeugen), Action (Schritte erläutern, mit denen die Wünsche erfüllt werden können) (S. 53)

[bearbeiten] Programmdemos

  • Demo = Vortrag, also Zeit zum Verstehen lassen (S. 55)
  • Bedienung + Erklärung schwer, deshalb: (S. 55)
    • Aufzeichnung verwenden
    • Screenshots verwenden & Rechner weglassen
    • Zu zweit arbeiten
  • Orientierung bieten, z.B. durch Grafik neben der Demo (S. 55)
  • Bild einfach halten; Weg mit Uhr, Hintergrund, anderen Programmen (S. 55)
  • Optimierung des Vortrags: (S. 55)
  1. Auf Demo verzichten
  2. Auf Rechner verzichten (Screenshots)
  3. Rechner nicht selbst bedienen

[bearbeiten] Betreuung

  • Software meist wichtiger für Betreuer (Verwendung in Doktorarbeit), aber Benotung des Berichts! (S. 57)
  • Im Buch finden sich auf den Seiten 64 und 65 sehr interessante Bewertungsbögen und Checklisten für Studienarbeiten.

[bearbeiten] Merkblatt für Studenten

  • Vorbereitung: (S. 66)
    • Institut früh finden
    • Arbeiten lesen, Kolloquium "Durchführung wissenschaftlicher Arbeiten" hören
  • Betreuung, Durchführung: (S. 67)
    • Zeitplan aufstellen
    • Literatur beschaffen
    • Zwischenresultate sammeln
  • Probleme: (S. 67)
    • Unterbrechung möglich, Rücksprache mit Prüfer
  • Abschluß: (S. 67)
    • Bericht rechtzeitig verfassen, Zeit für Fehler und Korrektur einplanen
    • Software-Produkte gut dokumentieren
    • Vortragstermin rechtzeitig organisieren
  • Benotung: (S. 67)
    • Benotungszeitraum erfragen
    • Note begründen lassen

[bearbeiten] Stellensuche

  • Nicht nach Abschluß verschieben (dauert zu lange) (S. 70)
  • Urlaub nach dem Abschluß möglich: Einfach mit Arbeitgeber abklären, dann wird auch gewartet (S. 70)
  • Stellensuche bei Planung der DA berücksichtigen! (S. 70)
  • Klare Linie sollte in Bewerbung erkennbar sein (S. 71)
  • Positiv: Ausland, Fachschaft, Politik, Orchester, ... (S. 71)
  • Bewerbung übersichtlich, sachlich, informativ: Wer, Qualifikation, Ausbildungsgang, Prüfungsresultate, spezielle Interessen, privater Hintergrund, Foto, evtl. Empfehlungen (aber nur von Personen, die echte Aussagen machen können) (S. 71)
  • Mißtrauisch gegenüber Stellen sein; Umfeld einer Stelle erfragen; Am Besten unter vier Augen mit zukünftigen Kollegen sprechen (S. 71)
Persönliche Werkzeuge