Informatik/Nebenfach/Musik

Aus StudiWiki

Wechseln zu: Navigation, Suche

von Jelica Lavric / Tobias Spribille, erste Version vor August 1999

Inhaltsverzeichnis

[bearbeiten] Worum geht es in dem Fach überhaupt/was wird gelehrt?

Jeli: Um alle Hoffnungen der Leute im Voraus zu zerstören, das Nebenfach "Musik" heißt eigentlich MUSIKTHEORIE !!!!!!!!!!! :-)

Das ist ein kleiner, aber feiner Unterschied. Nun dürfte es nicht mehr schwer sein, zu erahnen, was der Lehrinhalt der Musiktheorie ist: THEORIE!

Tobias: "Musiktheorie", so die korrekte Bezeichnung. "Musik" ist sehr allgemein und umfaßt Studiengänge von Musiklehramt über Orchestermusiker bis hin zu Komposition.

Bei den Musikern ist die Theorie oft praktischer als manches, was sich in der Informatik "praktisch" nennt. In der Musiktheorie befaßt man sich mit Kompositionen, man analysiert bestehende Stücke, schaut sich Stil und Handwerkszeug von Komponisten an und kann auch selbst komponieren. Wobei komponieren heutzutage ganz anders vor sich gehen kann, als man das von Bach und Mozart kennt: Die Musikhochschule hat ein gut ausgestattetes "Studio für elektronische und Computermusik" mit so ziemlich allem, was zur digitalen Klangerzeugung und -manipulation nutzbar ist.

Das Nebenfach Musiktheorie geht normalerweise von der klassischen Musik aus, es gibt aber auch die Möglichkeit, Jazz- und Popularmusik zu belegen.

[bearbeiten] Wieviele Infotiker wählen das Fach im Durchschnitt pro Semester (Schätzung)?

Jeli: Wenn es gut läuft, findet sich jedes Jahr einer, der sich für dieses Nebenfach entscheidet - warum das so wenige sind, weiß ich auch nicht. Es könnte daran liegen, daß einem keiner wichtige Fragen, die man zum Nebenfach hat, beantworten kann.

Tobias: Etwa 1 bis 2.

[bearbeiten] Voraussetzungen und Anforderungen beim Nebenfach allgemein? Schwierigkeitsgrad?

Jeli: Grob wäre Musik-Grundkurs nicht schlecht ;-) (Man schafft es allerdings auch OHNE).

  • Kenntnisse darüber, woraus der Akkord besteht
  • Baßschlüssel lesen können
  • Noten lesen können

Anforderungen: Man muß eine Aufnahmeprüfung schreiben (gegen Ende des SS). Jedoch hat man die Möglichkeit, sich ein Semester vorher auf die Aufnahmeprüfung vorzubereiten.

Wenn man die erste Hürde (die auch wirklich zu schaffen ist) dann geschafft hat, kann man sich über die Nebeneffekte, die das exotische Nebenfach zu bieten hat, erfreuen:

Auf Selbständigkeit wird viel Wert gelegt: Denn es interessiert nicht, welche Kurse man letzten Endes besucht, solange man entsprechende Scheine für die Prüfung hat und diese natürlich dann auch besteht. --> viele Kurse zur Wahl (natürlich auch viele für die Nebenfächler unnütze darunter) => viel Spaß! Betreuung bis zur Prüfung durch einen Prof: Im Vordiplom (bzw. 4 Semester lang) hat man aufbauend bei genau einem Dozenten die musiktheoretischen Grundkurse. Hat den Vorteil, daß man sich nicht ständig auf neue Dozenten und ihre unterschiedlichen Methoden einstellen muß.

Tobias: Wer keine Noten lesen kann, sollte jetzt lieber nach ein paar schönen MP3-Stücken surfen ;-) Bei der Aufnahmeprüfung muß wahlweise ein Generalbaß oder eine Choralmelodie vierstimmig ausgesetzt werden. Außerdem gilt es, ein meist klassisches Stück (z.B. Satz einer Klaviersonate) hinsichtlich Form und Harmonik zu analysieren.

Grundkenntnisse in diesen Gebieten sollten also vorhanden sein, gewisse Lücken lassen sich durch gezielte Vorbereitung ausbügeln, die bei Herrn Wötzer (s.u.) genossen werden kann.

[bearbeiten] Wo wird gelehrt (Stadtmitte, Vaihingen, nordsibirische Steppe..)?

Jeli: Die Vorlesungen finden selbstverständlich an der Musikhochschule (8 Min. vom Stgt. Hauptbahnhof) statt.

Tobias: In der Musikhochschule am Urbansplatz. Das ist das Gebäude mit dem großen Turm gegenüber von Landtag und Staatstheater. Nicht zu vergessen: Feinkost Böhm macht die Mensa.

[bearbeiten] Veranstaltungen im Vordiplom? Konnten alle Vorlesungen ohne Komplikationen besucht werden?

Tobias: Da in Musiktheorie weniger Wissen abgeprüft wird als gewisse Fähigkeiten, die man nicht kurzfristig erwerben kann, wird fürs Vordiplom nur eine kleine Zwischenprüfung gemacht. Vor- und Hauptdiplom unterscheiden sich in den Leerveranstaltungen nicht, abgesehen vom (hoffentlich) wachsenden musiktheoretischen Horizont der Studenten.

[bearbeiten] Wie sieht der Stundenplan aus?

Tobias: Sowohl zeitlich als auch thematisch kann das Nebenfach Musiktheorie nach den persönlichen Interessen der Studenten gestaltet werden. In den Pflichtfächern Gehörbildung (Kleingruppe mit drei Studenten) und Musiktheorie (Einzelunterricht) wird die Unterrichtszeit mit Dozenten und ggf. Kommilitonen vereinbart. Ansonsten besteht freie Wahl aus dem Fächerkanon Musiktheorie und Musikgeschichte, sowohl Vorlesungen als auch Seminare oder Übungen.

[bearbeiten] Welche Formen von Lehrveranstaltungen gibt es?

Tobias: 1. Vorlesungen. Die ähneln denen in Informatik, allerdings muß man selbst mitschreiben, da es keine vorgedruckten Skripte gibt.

2. Seminare. Deutlich häufiger anzutreffen als im Informatik-Studium. Grundsätzlich kann man zwei Arten unterscheiden, wobei es natürlich auch Mischformen gibt: "Referat-Seminare": Nach einer kurzen Einführungsphase hält jeder Student sein Referat (meist trägt man hier die Analyse eines Stückes vor), wofür er mit einem Schein belohnt wird. "Interaktive Seminare": Der Dozent steht an der Tafel/an der Stereo-Anlage/am Klavier und leitet die Analyse eines Musikstücks durch die interessierte Zuhörerschaft. Scheine kann man hier teilweise auch durch Referate machen, typischerweise aber eher durch Hausarbeiten.

3. Übungen, meist zur Prüfungsvorbereitung.

4. Den "musiktheoretischen Grundkurs": Hier werden die Studenten eines Semesters wie in einer Schulklasse zusammengefaßt und bekommen von einem Dozenten über sechs Semester thematisch fortlaufend die diversen Facetten der Musiktheorie nahegebracht. Fester Bestandteil des Kurses sind "Korrekturstunden", in denen in kleinen Gruppen die Tonsatz- und Analyseaufgaben besprochen werden. Informatiker belegen in der Regel den musiktheoretischen Grundkurs für Schulmusiker.

[bearbeiten] Wie sehen die Prüfungen aus?

Tobias: Abgesehen von einer kleinen Zwischenprüfung für's Vordiplom, gibt es in Musiktheorie nur eine Abschlußprüfung. Diese besteht aus zwei Teilen:

1. Der Tonsatzprüfung (schriftlich, fünf Stunden Zeit). Hier darf selbst komponiert werden, entweder eine Stilkopie (eine Fuge wie Bach, ein Lied wie Schubert oder Ähnliches) oder aber eine Eigenkomposition in modernem Stil nach gewissen Vorgaben. 2. Der mündlichen Prüfung (eine Stunde). Hierfür muß eine Analyse sowie ein Referat (Thema jeweils selbstgewählt) vorbereitet und die Ergebnisse präsentiert werden. Außerdem bekommt man einen Tag vorher ein Stück zur Formanalyse sowie in der Prüfung eine harmonische Analyse vom Blatt.

[bearbeiten] Wie gehen die Dozenten auf die Bedürfnisse der Infotik- Nebenfächler ein, wie groß ist der Anteil an Infotikern?

Jeli: Keine Sonderbehandlung, denn die Veranstaltungen sind zeitlich nicht mit den Veranstaltungen hier abgeglichen.

[bearbeiten] Ansprechpartner bei Problemen/Fragen (Mitarbeiter, Studenten)

Jeli: Ansprechpartner für Interessierte:

Georg Wötzer (Tel. steht im Vorlesungsverzeichnis der Musikhochschule) E-Mail: woetzegg@yahoo.com

oder einfach bei Fragen in die Fachschaft kommen, falls man Euch da nicht weiter helfen kann, könnt Ihr im Studienplan nachsehen wie die Telefonnummer von Herr Wötzer oder dem Ansprechpartner bei uns im Haus ist ;-)

Nur Mut! (Es sind auch mal nette Leute anzutreffen)

Ansprechpartner bei Problemen/Fragen:

Steht immer im Studienplan zu den Erklärungen der Nebenfachmöglichkeiten mit drin.

Tobias: Der "Mann für die Informatik" an der Musikhochschule ist Georg Wötzer (georg.woetzer@mh-stuttgart.de). Er unterrichtet in der Regel die Informatikstudenten im Einzelunterricht Musiktheorie.

[bearbeiten] Wo findet man Informationen zu den Terminen der einzelnen Nebenfach- Veranstaltungen (Stelle im Vorlesungsverzeichnis, Schwarzes Brett, etc)?

Jeli: Die Vorlesungstermine der einzelnen Veranstaltungen im Nebenfach findet man im Vorlesungsverzeichnis der Musikhochschule. Man bekommt es am Info-Stand im Erdgeschoß immer zu Beginn des Semesters für ca. 2 DM.

Tobias: Im allgemeinen Vorlesungsverzeichnis der Musikhochschule. Dieses erscheint bereits am Ende des vorigen Semesters und enthält alle Veranstaltungen inklusive korrekter Uhrzeiten. Im "kommentierten Vorlesungsverzeichnis Musiktheorie". Dies wird von Prof. Hermann herausgegeben und ist auch bei Frau Jansen (Studentenkartei) erhältlich. Es enthält inhaltliche Beschreibungen der Lehrveranstaltungen in Musiktheorie und Literaturangaben. Auf den WWW-Seiten der Musikhochschule.

[bearbeiten] Sonstige Anmerkungen und Eindrücke (hier ist der Platz zum subjektiven Rummeckern/Ablästern).

Die meisten Dozenten an der Musikhochschule verstehen sich selbst als Hochschullehrer. Dementsprechend setzen die Lehrveranstaltungen darauf, daß die Teilnehmer verstehen, um was es geht, und sich insbesondere auch aktiv einbringen. Da Vorlesungen und Seminare oft kleiner sind als an der Uni, lernt man die Dozenten mit der Zeit viel persönlicher kennen, was beispielsweise die Atmosphäre bei der Abschlußprüfung viel vertrauter und entspannter macht. Da es (außer beim Rektor) keine Vorzimmer und Sekretärinnen gibt, quatscht man auch die Professoren einfach an, wenn man etwas von ihnen möchte, notfalls sogar zu Hause per Telefon.

Und noch ein unwichtiges Detail am Rande: An der Musikhochschule gibt es einen vernünftigen Anteil an Frauen und auch mit den männlichen Studenten kann man sich in der Mensa über Interessanteres als Hardwarepreise unterhalten (Anm. des Editors: Man stelle sich an dieser Stelle das Geräusch vor, daß die Schublade mit der Aufschrift "Informatiker-Klischees" von sich gibt, die soeben lautstark zugeknallt wurde...;o).

[bearbeiten] Weitere Informationsquellen:

Die offizielle Seite zum Nebenfach.

Diese Seiten sind (noch?) etwas dürftig, enthalten aber immerhin das komplette Lehrangebot.

  • Außerdem gibt es bei der Fachschaft Informatik (anstelle eines Prüfungsprotokolls) einige Tips zur Studiengestaltung und Prüfungsvorbereitung im Nebenfach Musiktheorie.
Persönliche Werkzeuge